Gratis-Content für alle: denn sharing is caring!

Oder: Warum es einfach clever ist, sein Wissen zu teilen.

Wenn jemand Content veröffentlicht, dann um zu überzeugen – von sich, dem eigenen Unternehmen oder von Produkten. In vielen Branchen, und insbesondere bezogen auf Dienstleistungen, gelingt dies, indem das eigene Know-how eindrücklich unter Beweis gestellt wird. Content eignet sich für diese Art der Überzeugungsarbeit hervorragend. Denn derlei Inhalte können ein Problem beschreiben und gleichzeitig die Lösung bieten. Wenn dies gelingt, sprechen wir von gutem Content, weil dem Konsumenten Mehrwert geboten wird. Er wird zufrieden und überzeugt sein, aber … wird er dadurch auch zum zahlenden Kunden? Oder geschieht nicht genau das Gegenteil, wenn wir unser Wissen mit ihm teilen und ihn womöglich damit in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen? Warum es clever ist, gratis Content anzubieten und wie Content Marketing wirklich funktioniert, erfährst du im folgenden Artikel. Ich sage: Gratis-Content für alle! Viel Vergnügen beim Lesen wünscht frauweb.

Gratis-Content
Beschenke deine Interessenten mit Gratis-Content – und sie werden es dir danken.

Warum solltest du dein Wissen teilen?

Wenn es um Content Marketing geht, stoße ich auf Seiten einiger Skeptiker immer wieder auf die Frage: Warum sollte ich mein Wissen in Form von Gratis-Content kostenlos teilen und damit die Probleme meiner Kunden lösen, sodass sie mich nicht mehr brauchen? Ein Coach für Persönlichkeitsentwicklung fragte mich das, als ich ihm im Zuge einer Beratung vorgeschlagen hatte, einen Blog auf seiner Webseite zu integrieren. Coaching-Angebote eignen sich ausgezeichnet für Content Marketing, da die Themenvielfalt unerschöpflich ist und der Bedarf an Informationen und Beratung groß. Der Coach erwiderte: Wenn ich aber z.B. über Übungen schreibe, die dabei helfen, stressresistenter zu werden, warum sollte dann noch jemand zu mir kommen und sich helfen lassen? Diese Frage scheint berechtigt. Denn unser „schnelles Denken“ (nach Daniel Kahneman) neigt dazu, voreilige, weil anscheinend naheliegende Schlüsse zu ziehen. Der Kausalitätszusammenhang ist augenscheinlich: Der Interessent hat ein Problem, ich löse es, also braucht er mich nicht mehr. Aber ist dem bei genauerer Betrachtung wirklich so? Nein. Denn welche Fälle sind wahrscheinlicher?

Oft wissen die Menschen noch nicht von ihrem Problem

Wir wissen, dass unzählige Menschen täglich im Web unterwegs sind. Wir können jedoch nicht davon ausgehen, dass sie sich alle gezielt auf der Suche befinden. Die meisten lassen sich von ihren Interessen und Bedürfnissen leiten, scrollen durch die sozialen Netzwerke, klicken sich von Blog zu Blog, schauen Videos bei YouTube und werden aufgrund ihrer ausgewerteten Nutzerdaten interessengerichtet von Seite zu Seite durchgeleitet. Das Internet wird (nicht zuletzt dank Google) zunehmend intelligenter und kennt seine Nutzer. Da geschieht es nicht selten, dass Internetsurfer „zufällig“ auf diejenigen Inhalte stoßen, für die sie sich interessieren – auch wenn sie vielleicht selbst noch gar nicht davon wussten. Wäre es da für unseren Coach nicht also ein Glück, wenn Menschen auf seinen Blog gelangten und Inhalte fänden, die ihr Interesse und ihre Neugierde auf mehr wecken? „Stress“, mag sich da z.B. Herr Meier denken, „kenne ich auch und dagegen müsste ich dringend mal etwas tun. Dieser Coach scheint sich damit gut auszukennen. Vielleicht kann er mir helfen.“ Denn …

Oft dient Content als erste Hilfestellung, Probleme sind aber meist komplexer

Meist sind Probleme komplexer Natur. Ein Blogartikel vermag – meist schon aus Platzgründen – oft nur einen Teilaspekt zu betrachten. In unserem Beispiel: Wenn also Herr Meier die Antistressübungen aus dem Blogartikel des Coaches anwendet, würde er damit das Symptom behandeln, nicht aber die Ursachen. Wäre es aber nicht klug, diese auch zu ergründen? Zudem leidet er vielleicht nicht nur unter chronischem Stress, sondern zugleich an einem zu geringem Selbstbewusstsein, was ihn in einigen Situationen immer wieder unter Druck setzt. Und vielleicht – oder wahrscheinlich sogar – ist genau deshalb unser Coach der richtige Ansprechpartner für Herrn Meier. Dieser hat die Übungen ausprobiert und ist von den Ergebnissen und also vom Coach begeistert. Er vereinbart einen Termin.

Im Idealfall vermag ein Blogartikel den Leser davon zu überzeugen, dass weiteres Handeln notwendig ist. Deshalb endet guter Content auch immer mit einem Call-to-action. Unser Coach könnte schreiben: „Die Übungen sind ein erster Schritt, dem Stress endlich den Kampf anzusagen. Es ist aber wichtig, auch die Ursachen zu verstehen und zu behandeln. Möchten Sie endlich raus aus der Dauerstress-Spirale? Dann helfe ich Ihnen gerne.“ Zudem:

Vielen wollen ihr Problem gar nicht selber lösen …

… sondern sind gezielt auf der Suche nach einer geeigneten Person dafür. Wenn z.B. Jan ein Logo für sein Start-Up benötigt, kann er einen Blogartikel eines Grafikdesigners lesen und sich über die richtige Vorgehensweise, über Corporate Design und die passende Farbwahl informieren. Aber mal abgesehen davon, dass der Blogartikel ihn nicht dazu in die Lage versetzt, ein entsprechendes Softwareprogramm zu bedienen, um das Logo selbst zu realisieren, hat er neben seinem Kerngeschäft auch weder die Lust noch die Zeit dazu. Deshalb hat er sich gezielt auf die Suche nach einem Anbieter begeben, hat den Blog des Grafikdesigners entdeckt und besagten Artikel gelesen. Dieser hat Jan gefallen, ebenso wie die Bilder im Artikel, die Referenzbeispiele zeigen. Zudem waren Artikel und Referenzlogos von solch einer Qualität, dass Jan von den Kompetenzen des Grafikdesigners überzeugt ist. Er wird ihn für sein Logo beauftragen.

Das Bereitstellen von Gratis-Content ist also nicht nur eine gute Möglichkeit, überhaupt auf sich aufmerksam zu machen, sondern vor allem auch, potenzielle Kunden von sich zu überzeugen.

Warum es also einfach clever ist, Gratis-Content anzubieten

Zugegeben: Wenn ich einen Blogartikel darüber schreibe, wie einer selbst den perfekten Blogartikel schreiben kann, ja, dann muss ich auch damit rechnen, dass jemand meine Tipps umsetzt und es also nicht mehr nötig hat, mich zu beauftragen. Aber, wie zuvor erläutert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, sehr gering. Denn erstens sind nicht alle geborene talentierte Schreiber (Grafikdesigner, Persönlichkeitscoaches usw.) – und wollen dies auch gar nicht sein. Und zweitens: Wenn ich mit meinem Content Menschen dazu verhelfe, sich selbst zu helfen und ihre Probleme zu lösen, dann macht das nicht nur mich glücklich, sondern im Zweifelsfall auch die Leser so sehr, dass sie mir dankbar sein und mich weiterempfehlen werden. Und dann hab ich genau das erreicht, was es mit Content Marketing zu erreichen gilt. Denn darum geht es letztlich: Es ist eine Strategie, die eigene Sichtbarkeit und somit Reichweite zu steigern. Ein zufriedener Leser wird den Artikel kommentieren, liken, teilen und seinen Freunden und Bekannten davon erzählen. Wenn er davon hört, dass jemand jenes Produkt oder jene Dienstleistung sucht, wird er sich an den Blogartikel erinnern und darauf verweisen. So oder so: Ob mein Content mir direkt neue Kunden beschert oder zufriedene Leser, die Empfehlungen aussprechen – in keinem Fall ist Gratis-Content kontraproduktiv in dem Sinne, dass ich Probleme löse und meine Kunden mich deshalb nicht mehr bräuchten.

Ja, aber …

Ganz ehrlich? Nichts, aber! Und für die letzten Zweifler, die jetzt noch sagen: „Mich kostet die Contentproduktion ja Geld, und dann soll ich das gratis rausgeben?“ Content kostet einen selbst in der Produktion zwar Geld, aber am Ende ist es eine einfache Rechnung: Wer so und so viel Zeit und Geld in Content investiert, dadurch aber so und so viel mehr neue Kunden gewinnt, macht am Ende Gewinn. Letztlich ist auch Content Marketing eine Werbestrategie. Und so wie Unternehmen schon immer auch in klassische Werbemaßnahmen wie Printanzeigen, Flyer oder Werbespots investiert haben – die ja für den Verbraucher auch kostenlos sind – so gilt dies auch für Content, sogar in der Regel kostengünstiger und nachhaltiger. Das Geld kommt nicht dadurch rein, dass ein Konsument für die Inhalte bezahlt, sondern dadurch, dass der Gratis-Content es vermag zu überzeugen, direkt zum Kauf zu animieren oder jemanden dazu zu bringen, Empfehlungen auszusprechen. Content Marketing ist Empfehlungsmarketing. Und Empfehlungen sind die beste Werbung.


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